Der Schweizer Pavillon in Schanghai an der Weltausstellung ist ein Erfolg. Vor keinem anderen Pavillon sind die Schlangen länger. In der brütenden Hitze kommt es zu hitzigen, handfesten Auseinandersetzungen. Der Grund: 95 Prozent aller Chinesen sind noch nie mit einem Sessellift gefahren. Durch den Schweizer Pavillon führt ein Sessellift der Traditionsfirma Bartholet. Produziert in Flums und montiert in Schanghai. Die Produktion von Solarzellen macht unglaubliche Fortschritte. Die Fabriken spucken immer mehr Zellen aus. Die Preise pro Kilowatt sinken. Bald einmal werden Preise von weniger als 1 Franken pro Wattpeak (maximale Leistung von einem Watt) die Regel sein.
STABILE ANLAGEN. Die Zellen müssen auch montiert werden. Und hier hat der Wettkampf der Systeme erst begonnen. Feste Anlagen sind stabil, können aber nicht dem Lauf der Sonne folgen. Einachsige Systeme erhöhen die Ausbeute um 15 bis 30 Prozent. Zweiachsige Systeme theoretisch bis zu 41 Prozent. Wer zusätzlich billige Spiegel einsetzt, kann den Ertrag auf 200 Prozent hochschrauben.
Der Nachteil: Heutige Nachführsysteme, die dafür sorgen, dass die Solarzellen dem Lauf der Sonne folgen, sind erstens teuer und versiegeln zweitens unnötig viel Land. Neue Ideen sind gefragt.
Alle, die in der sengenden Sonne Heu wenden wollen, waren, sind und bleiben froh mit einem Bandrechen von Bartholet. Rund 30000 Heuwender haben im Verlauf der Jahrzehnte die Werkstatt von Vater Anton Bartholet mit ihren 60 Angestellten in Flums verlassen.
INNOVATIVE NACHFAHREN. In der zweiten Generation baut die BMF Bartholet Maschinenbau AG Flums unter der Führung von Sohn Roland mit über 200 Angestellten Seilbahnen und Skilifte. Und in Tochterfirmen PET-Abfüllstationen, Förderanlagen, Tschu-Tschu-Bahnen und vieles andere mehr. 2008 ist BMF als Mitgründerin und Teilhaberin der Liechtensteiner Solar Wings AG ins Geschäft mit Solaranlagen eingestiegen. Solarmodule werden an Seilen aufgehängt und der Sonne nachgeführt.
NEUE SOLARANLAGEN. In der Lonza im deutschen Waldshut wurde während des Zweiten Weltkriegs Stickstoff für die Sprengstoffproduktion hergestellt. Auch mit Zwangsarbeitern: 1943 waren 42 Prozent der Arbeiter Zwangsarbeiter.
Jetzt hat Solar Wings auf der Deponie der ehemaligen Lonza ihre erste seilgesteuerte Solaranlage installiert.
Die Vorteile: mehr Energie, weniger Bodenverschleiss, weniger Materialaufwand, konkurrenzfähigere Solarenergie.
http://3.ly/pavillon Der Schweizer Pavillon in Schanghai ist ein Riesenerfolg. Auch dank einem innovativen Sessellift mit einer Kapazität von 1400 Personen pro Stunde.
www.bmf-ag.ch und www.bartholet-co.ch In fünfzig Jahren entstand aus der kleinen Flumser Landmaschinenfabrik Bartholet die BMF-Firmengruppe mit zahlreichen Tochterfirmen. Sie ist immer noch fest in Familienhand.
http://3.ly/solarwings In enger Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften hat Solar Wings die Solarzellen mittels Seilen beweglich gemacht. Ein Foliensatz des federführenden Professors Franz Baumgartner erklärt das Projekt. Industriepolitik vom Feinsten.
http://3.ly/lonza und http://3.ly/hrhein Ohne Stickstoff kein Sprengstoff. In Waldshut mussten Zwangsarbeiter für die Schweizer Lonza und für Hitler zugleich arbeiten. Vergessene Geschichte. Auf dem ehemaligen Firmengelände steht jetzt der Gewerbepark Hochrhein. Seit 2008 werden die Bauten mit kalter Fernwärme geheizt. Und das Solar-Wing-Pilotprojekt auf der alten Deponie produziert Strom für 200 Haushalte.
http://3.ly/tenna In Graubünden baut die Genossenschaft Skilift Tenna im Safiental den ersten Solarskilift der Welt. Die gleichen Masten, die unten die Skifahrer den Berg hochschleppen, führen einen Stock höher die Solarzellen entlang dem Gang der Sonne. Und produzieren drei Mal so viel Energie, wie der Skilift braucht.
http://3.ly/solartv Die TV-Sendung «Einstein» berichtete über den Bündner Solarlift. Und über die Solar-Wings-Anlagen.
work, 3.06.2010


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