Protestaktion bei Swiss Steel
«Staatshilfe beantragen statt Massen schassen!»

Die Arbeiterinnen und Arbeiter von Swiss Steel fordern den Verzicht auf Entlassungen, eine Standortgarantie und die Beantragung der staatlichen Unterstützung. An der ausserordentlichen Aktionärsversammlung gab es erstmals zaghafte Antworten von der Geschäftsleitung.

KÄMPFT GEGEN DIE MASSENENTLASSUNG: Unia-Mann Franco Basciani. (Foto: Jakob Ineichen)

Etwa hundert Aktionärinnen und Aktionäre kamen zur ausserordentlichen Generalversammlung des Stahlkonzerns nach Emmenbrücke LU. Begrüsst wurden sie von Angestellten des Stahlwerks, Gewerkschaftssekretären und Aktivistinnen des Klimastreiks. Auf dem Werkareal hing ein Transparent: «Haefner muss bezahlen – keine Entlassungen bei Steeltec!» Martin Haefner ist Mehrheitsaktionär von Swiss Steel. Er hat die angekündigte Massenentlassung von 50 Arbeiterinnen und Arbeitern öffentlich unterstützt. 

«Geld ist Geld»

Unia-Mann Franco Basciani sprach im Auftrag der Personalkommission und der Gewerkschaften vor dem versammelten Aktionariat. Er sagte: «Nach vielen Treffen haben wir bei der Aktionärsversammlung erstmals Antworten auf unsere Fragen erhalten.» Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung hätten bestätigt, dass weitere Investitionen in Emmenbrücke getätigt würden und dass auch ein Gesuch für Staatshilfe geprüft werde, sobald die Verordnungen des Kantons und des Bundes bereit seien. Basciani sagt:

Die Staatshilfe wird zwar aus ideologischen Gründen verschmäht, aber die Konzernleitung sagte auch: Geld ist Geld.

Missachtung des Sozialplans

Der Konzern will aber trotz der möglichen Staatshilfe an den Entlassungen festhalten. Damit sollen in Emmenbrücke definitiv 130 Arbeitsplätze abgebaut und 50 Mitarbeitende entlassen werden. Matteo Pronzini, MEM-Branchenleiter der Unia, sagt:

Swiss Steel missachtet damit den geltenden Sozialplan, der Frühpensionierungen zur Vermeidung von Entlassungen vorsieht.

Dieser werde aus Kostengründen nicht korrekt angewendet. 

Nicht mehr an der Börse

Die Aktionärinnen und Aktionäre beschlossen an der ausserordentlichen Generalversammlung keine Zukunftspläne, sondern lediglich, dass sie die Aktien der Swiss Steel von der Schweizer Börse nehmen wollen. Damit sollen weitere Kosten gespart werden. Das Unternehmen ist nach dem Zusammenbruch des Aktienkurses finanziell vor allem von den Millionen des Mehrheitsaktionärs Martin Haefner abhängig (work berichtete).

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